Aus der Geschichte.......
Obwohl die Frühzeit des Marktes Mauerkirchen im Dunkeln liegt, wird die Ortsbezeichnung  " Romaniberg " mit den Römern in Verbindung gebracht und der im Jahre 757 genannte Ort " Proun " auf Mauerkirchen bezogen. Der Namenswechsel wird damit erklärt, dass eine ursprünglich aus Holz erbaute Kirche frühzeitig durch ein gemauertes Gotteshaus ersetzt wurde. Das dafür angegebene Weihejahr 912 ist jedoch urkundlich nicht belegbar, obwohl bereits zu dieser Zeit eine Marienwallfahrt dem Ort Bedeutung verliehen haben dürfte. Anlässlich eines Ungarnsieges stiftete Heinrich I.  948  zwei Reiterstatuen in Erz nach Mauerkirchen, die angeblich beim Kirchenbrand 1297 schmolzen, doch standen in der Pfarrkirche Nachbildungen, die beim großen Marktbrand 1865 zerstört wurden. Reiterstatue aus Wappenbuch v. Ludwig Eyb um 1519

Der Neubau der Pfarrkirche erfolgte 1867 bis 1872 im neugotischen Stil und diese wurde 1983 einer durchgreifenden Innenrenovierung zugeführt. Dabei wurden die 1907 vom Mauerkirchner Kirchenmaler Scherfler geschaffene Zwickel- und Rankenmalerei wieder freigelegt.

Erstmals urkundlich belegbar ist der Ort Mauerkirchen am 20.7.1276. Am 29.12.1373 erhielt der Markt durch Herzog Stefan d. Älteren von Bayern eine Bestätigung schon bestehender Rechte, insbesondere des ewigen Wochenmarktes und der Rechte,  die bereits die Stadt Braunau besaß. Das älteste erhaltene Wappensiegel ist einer Urkunde vom 6.10.1476 beigefügt. Mauerkirchen war seit etwa 1450 Sitz eines Landgerichtes (heute Bezirksgericht), der Forst- und Wildmeister für den Kobernaußerwald und den Weilhart hatte hier seinen Sitz und bis 1803 amtierte hier auch ein Lehensverwalter des passauischen Bischofs.

Das Rathaus soll 1395 erbaut worden sein und weist noch im Erdgeschoß eine kreuzrippengewölbte Halle auf, welche - wie das gesamte Gebäude - in den Jahren 1986/88 restauriert wurde.

Schon seit Anfang des 15.Jh. sollen die Pfarrherren des Marktes eine deutsche und lateinische Schule unterhalten haben. Die im Gemeindebesitz befindliche Hl. Geistkirche wurde Ende des 16.Jh. erbaut und in den Jahren 1969/71 durchgreifend restauriert.

Am 20.11.1768  versetzte ein auf Mauerkirchner Gebiet gefallener Meteorit die Bevölkerung in Angst und Entsetzen. Im Frühjahr 1772 wurde im Mauerkirchner Kirchenholz der letzte Bär im Innviertel erlegt.

Kriegsnöte hatte Mauerkirchen vor allem im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 und im Bayerischen Erbfolgekrieg 1703 zu erdulden.

Der Markt wuchs nach dem 2. Weltkrieg besonders durch Neusiedler aus den Ostgebieten an und hatte 2001  2.303 Einwohner. 1945 war nach der Auflösung der 6. Deutschen Armee in Mauerkirchen ein großes amerikanisches Entlassungslager, in dem an die 300.000 Gefangene durchgeschleust wurden.

 

Nach der Anbindung an die Eisenbahnlinie Steindorf - Braunau um 1873 konnte  besonders nach dem 2. Weltkrieg die Infrastruktur, wie z.B. durch den Bau einer Wasserleitung, der Kanalisation, der Kläranlage, Pflichtschulumbau, Mattigregulierung und Errichtung von Rückhaltebecken zum Schutz gegen Hochwasser, Straßenaus- und -neubauten, Errichtung eines Freizeitzentrums, einer Mehrzweckhalle, entscheidend verbessert werden.

Untermarkt um 1905

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WAPPEN
Der erste Nachweis des Marktwappens auf einem Siegel vom 6. Oktober 1476 - die Darstellung der Kirche im Wappen spricht für den Ortsnamen:

" Halbgeteilt und gespalten, rechts oben in Schwarz ein goldener, rot gewaffneter Löwe; rechts unten von Blau und Silber schrägrechts geweckt; links in Blau auf grünem Boden eine silberne, vom linken Schildrand ausgehende, eintürmige Kirche mit schwarzen Fensteröffnungen, roten Dächern und goldenem Turmknauf "

Gültiges Gemeindewappen seit 1940 - die bayerischen Rauten und der Pfälzer Löwe erinnern an die Zugehörigkeit des Innviertels zu Bayern bis zum Jahr 1779 bzw. 1816. Die Gemeindefarben sind: Blau-Rot-Gelb

Gemeindewappen seit 1940

Darstellung des von 1865 bis etwa 1940 verwendeten  Mauerkirchner Marktwappens mit den Mauerkirchner Reitern.

Wappen von 1865 bis 1940

Abbildung des Mauerkirchner Marktwappens auf einem Stich um 1700 - gültig bis 1865.

Wappen um 1700 - gültig bis 1865

 


 

Bedeutende Mauerkirchner
Dr. Friedrich Mauerkircher  (+1485) Probst in Altötting, Bischof von Passau und Kanzler des Herzogs Georg d. Reichen
Johann Michael Vierthaler  (+1743) Stukkateur, stukkierte eine Vielzahl der Kirchen unserer Heimat
Franz Michael Vierthaler  (+1829) Pädagoge, " Vater der Waisen " und Schriftsteller
Friedrich Bergmüller  (+1884) Bürgermeister, Besitzer von Schloß Spitzenberg, Reichstagsabgeordneter
Joseph Reischl  (+1892) Mundartdichter
Wilhelm Mayer  (+1928) Pädagoge und Komponist
Franz Schückbauer  (+1956) Jugendseelsorger, Pionier der Pfadfinder- und Reichsbundbewegung
Dr. Jakob Reimer  (+1958) Erzabt von Salzburg
Maria Hafner  (+1969) Rot-Kreuz-Schwester, " Engel der 6. Armee ", erwarb sich als Leiterin der örtlichen Rot-Kreuz-Stelle besondere Verdienste bei der Versorgung der Gefangenen des amerikanischen Entlassungslagers 1945. Ausgezeichnet mit der höchsten internationalen Auszeichnung des Roten Kreuzes, der " Florence Nightingale Medaille ".
Rupert Rothböck  (+1983) Bildhauer
Josef Rosenhammer  (geb.1900) Missionsbischof in Bolivien

Text:  Herbert Brandstetter
Bilder:  Heft `Mauerkirchen-Pfarrgeschichte-Kirchenführer`
 Heft `Das Bundwerk`
 - Die Gemeindewappen des Bezirkes Braunau -
 Privatarchiv

 

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